POLITIK - DIE PARTEIEN IN DEUTSCHLAND

Was ist eigentlich eine politische Partei ?

Dies ist keine so einfache Frage, wie ihr vielleicht auf den ersten Blick denkt. Sicher weiß fast jede/r, was eine Partei ist, doch mit nur wenigen Worten laeßt sich das nicht so einfach erklären, wenn man es genau machen will. Die Schwierigkeit der Erklärung liegt darin, daß sie einerseits nicht zu unpräzise (unprecise) sein darf, damit man den Begriff (term) ‘Partei’ z.B. von Begriffen wie ‘Verein’; ‘Gemeinschaft’, oder ‘Verband’ unterscheiden kann. Andererseits muß man die Definition so umfassend (extensive) geben, damit sie für so unterschiedliche Parteien wie beispielsweise in Deutschland die CSU (eine der konservativsten Parteien) und DIE GRÜNEN (eine sehr linksgerichtete Partei) zutrifft.

Ihr merkt schon, daß das hier ein anspruchsvolles und trockenes Thema ist. Den Politik-Begeisterten unter euch wird es sicher Spaß machen und vielleicht wird auch das eine oder andere Interesse an Politik bei euch geweckt, wenn ihr erst mal unsere kleinen Spiele und Aufgaben getestet habt.

Jedenfalls habe ich denen, die sich trotz allem nicht abschrecken lassen wollen, einige Vokabelangaben mit in den Text geschrieben -hoffentlich sind es die, die ihr auch braucht(!)-, damit es nicht ganz so kompliziert wird. Wenn ihr testen wollt, ob ihr alles verstanden habt, könnt ihr jeweils die ‘Verständnisfragen zum Text’ versuchen, nach dem Lesen zu beantworten. Viel Spaß!!

Das Bild, das ihr hier seht, stellt eine Plakatwand aus dem Bundestagswahlkampf von 1983 dar:

? Hier kommt eine ausführliche Definition des Begriffes ‘Partei’. Anschließend könnt ihr zum Text Fragen beantworten, um zu testen, ob ihr alles verstanden habt:

  1. -Eine Partei soll die politische Willensbildung der Bürger beeinflussen (to influence/to sway).
    -Sie soll eine Wirkung in der gesamten Politik erreichen.
    -Es ist nicht genug, wenn sich eine politische Vereinigung/Partei nur auf dem kommunalen Gebiet betätigt. Ihr Einfluß muß über eine längere Zeit und ein größeres Gebiet fortdauern.
  2. -Eine Partei muß beweisen (to proof), daß sie regelmäßig das Volk politisch repräsentieren will. Damit unterscheidet sie sich von Vereinigungen (organizations), die keine politische Verantwortung (responsibility) tragen und von Bürgerinitiativen (action groups), die nur punktuellen Einfluß haben.
    -Eine Partei muß aber nicht unbedingt (absolutely) Mandate in den Parlamenten erringen (to get).
    -Eine Vereinigung verliert jedoch ihren Rechtsstatus (status of law) als Partei, wenn sie sich sechs Jahre lang nicht an den Bundestags- oder Landtagswahlen (federal parliamentary elections/ state parliamentary-) beteiligt.
  3. -Wichtig ist eine eigenständige Organisation in großem Umfang und von großer Dauer.
  4. -Eine Partei ist eine Vereinigung von Bürgerinnen und Bürgern.
    -Es gilt das Prinzip (principle) der Einzelmitgliedschaft (membership of single persons only).
    -Es gibt eine Mindestgrenze für die Zahl der Mitglieder, damit die Ernsthaftigkeit der Ziele und auch der Erfolgsaussichten erkennbar bleibt.
  5. -Eine politische Vereinigung, die sich ‘Partei’ nennen will, muß in die Öffentlichkeit gehen.(=principle of publicness)
  6. -Eine politische Vereinigung, die den Parteienstatus besitzt, kann nur durch das Bundesverfassungsgericht (Federal Constitutional Court) verboten werden. Das nennt man „Parteienprivileg“.

Nun kommen Verständnisfragen für euch. Ihr könnt sie beantworten, wenn ihr den oberen Text gut gelesen habt:

  1. Was soll eine Partei beeinflussen und wo und wie soll sie wirken?
  2. Wen soll eine Partei politisch repräsentieren?
  3. Wann verliert die Partei/eine Vereinigung ihren Rechtsstatus als Partei?
  4. Warum verfügt eine Organisation, die sich nur zur Wahl bildet ebensowenig über den Parteistatus, wie eine Gruppe, die sich den Organisationsapparat einer anderen Vereinigung zunutze (to make use of) macht?
  5. Welches Prinzip soll die Unterwanderung (infiltration) einer Partei durch einen Verband (association) verhindern?
  6. Wodurch bleibt die Ernsthaftigkeit der Ziele und auch der Erfolgsaussichten erkennbar?
  7. Was erfüllt eine politische Vereinigung nicht, die das Licht der Öffentlichkeit scheut und im Verborgenen (in obscurity) tätig wird?
  8. Was ist das „Parteienprivileg“?
Antworten zu den Fragen

Jetzt fragen wir uns mal, wann Parteien überhaupt zum ersten Mal entstanden sind und wann in Deutschland:

Schon im Altertum (in antiquity) und Mittelalter (Middel Ages) gab es „lockere“ Zusammenschlüsse. Das waren aber unorganisierte Gesinnungs- und Interessengemeinschaften.

Das Mutterland (mother country) des Parlamentarismus war Großbritannien. Dort entstanden (originated) die ersten Parteien im heutigen Verständnis. Die „Whigs“ (Spottname(mocking name) für schottische Bauern) und die „Tories“ (Bezeichnung für irische Banditen), die ältesten parteilichen Verbindungen Großbritanniens, waren im 17. Jahrhundert zuerst nur „lose Parteien“. Sie hatten noch keine feste organisatorische Bindung.

Doch durch die Ausweitung (spread) des Wahlrechts im 19. Jahrhundert, die durch einige Reformen (reforms) in den Jahren 1832, 1867 und 1884/85 langsam voran kam, bildeten sich über Wahlkomitees Parteien eines relativ modernen Typs.

In Deutschland entstanden Parteien nicht mit der gleichen Geradlinigkeit (straightness), wie in England.

In der Gesellschaft (society) mußten sich komplett (total) neue Formen der Organisation herausbilden, weil sich die Ständeordnung (order of ranks) allmählich (gradual) auflöste und das jahrhundertealte soziale Gefüge (structure) durch die Industrialisierung zerbrach.

Das neu entstandene Bürgertum (bourgeoisie) gewann mit der zunehmenden Industrialisierung an Bedeutung. Es wollte sich von der monarchischen Bevormundung (the monarchs making up our minds for us) befreien, wollte politischen Einfluß nehmen und sich nicht nur mit wirtschaftlicher Macht (economical power) allein begnügen.

Die Entstehung von Parteien in Deutschland hängt ganz entscheidend mit dem Jahr 1848 zusammen!

Hier seht ihr ein Bild von der berühmten Nationalversammlung von 1848 in der Frankfurter Paulskirche:

? Die Anfänge von fast allen großen Parteirichtungen lassen sich auf die parlamentarischen Versammlungen der Revolution, vor allem auf die Deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche und die Preußische Nationalversammlung zurückverfolgen.

Parteien in der Bundesrepublik Deutschland

SPD

Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Im Folgenden kommt eine kleine Charakterisierung der SPD:

Hier seht ihr ein Bild von Willy Brandt (rechts) und eine Liste der wichtigen Parteimänner der SPD seit dem 2. Weltkrieg: ?

Und hier wieder ein paar Verständnisfragen:

  1. Warum geriet die SPD nach 1945 oft mit den Besatzungsmächten in Streit?
  2. Warum verlor die SPD 1953 und 1957 die Bundestagswahlen ganz eindeutig?
  3. Was für Veränderungen brachte das „Godesberger Programm“?
  4. Wißt ihr jetzt, wer Willy Brandt war?
Antworten zu den Fragen

CDU

Christlich Demokratische Union

Die zwei Bilder zeigen Bundeskanzler Kohl in Aktion. Ihr werdet ihn bestimmt aus den Nachrichten kennen:

?

Fragen zur CDU:

  1. Was wollten die Gründungsväter mit ihrer „christlich-überkonfessionellen Partei“ überwinden?
  2. In welcher Besatzungszone konnte die CDU sich nach 1945 zunächst ausschliesslich organisieren?
  3. Wer war der erste Bundeskanzler und 1. Vorsitzende der CDU nach dem 2. Weltkrieg?
  4. Warum nannte man Ludwig Erhard den „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“?
  5. Wie heisst der heutige Bundeskanzler in Deutschland, den die CDU schon lange stellt und den man auch den „Wiedervereinigungskanzler“ nennt? (ein Tip: Schaut Euch die Bilder gut an!!)
Antworten zu den Fragen

CSU

Christlich Soziale Union

Fragen zur CSU:

  1. Von wem ist die CSU eine Schwesterpartei und wann entstand sie?
  2. Aus welchem Bundesland stammt die CSU?
  3. Was ist einer der Unterschiede der CSU zur CDU?
  4. Wie heisst der berühmte ehemalige Vorsitzende der CSU?
Antworten zu den Fragen

F.D.P.

Freie Demokratische Partei

Fragen zur FDP:

  1. Als was für eine Partei versteht sich die FDP?
  2. Welche ideologischen Gegensätze existieren in der Partei?
  3. Wer sind vor allem Mitglieder der FDP?
Antworten zu den Fragen

Bündnis 90 / DIE GRÜNEN

Frage zu den GRÜNEN

  1. Wann entstanden die GRÜNEN?
  2. Wann entstand Bündnis 90 / DIE GRÜNEN?
  3. Wovon sind DIE GRÜNEN Produkt?
  4. Wogegen ging ihr Widerstand zuerst?
Antworten zu den Fragen