Parteien in Baden-Württemberg
von Kathy Ewing und Renata Puddu

Jetzt stellen wir vier Parteien vor, die sehr wichtig in der Politik Deutschlands sind. Sie sind auch aktiv in Baden-Württemberg und Freiburg. Hier sind die vier Parteien, ihren Ideen, und Links zu andere Information darüber. Klicken Sie auf einem Link, um mehr Information zu bekommen.


SPD = Sozial Demokratische Partei Deutschlands
CDU = Christliche Demokratische Union
Bündnis 90 Die Grünen
FWV = Freie Wählervereinigung Baden-Württemberg e. V.

Im Allgemeinen:

SPD: Diese Partei will mehr Arbeitsplätze und mehr Wohnungen haben. Sie will aber auch die Umwelt und Kultur einer kleinen Stadt schützen. Sie will schwächeren Menschen helfen.
CDU: Die Politik dieser Partei „beruht auf dem christlichen Verständnis vom Menschen und seiner Verantwortung vor Gott.“ In dieser Partei spielt das Christentum eine wichtige Rolle und gibt auch eine ethische Grundlage für die Politik. Obgleich sie eine christliche Partei ist, sie ist für jeden offen, ob sie christlich oder nicht sind.
B. 90: Sie setzen sich ein für mehr Effizienz und weniger Bürokratie in der Stadtverwaltung ein. Dadurch sei mehr Transparenz für die Bürger möglich. Ihre Ausländerpolitik hat als Ziel ein friedliches Miteinander.
FWV: Ihr Motto ist: uns geht's um Freiburg für Europa. Unter Demokratie verstehen sie, daß z. B. kein Widerstand gegen Beschlüsse des Gemeinderates geleistet werden soll. Nur so könne die Verwaltung leistungsfähig sein.
Arbeit:
SPD: Zum Thema Arbeit, will die Partei sich für ein „qualitatives Wirtschaftswachtum“ einsetzen. Sie will umweltfreundliche Industrien unterstützen. „Die Arbeitsplätze müssen zu den Menschen kommen, nicht umgekehrt,“ meint die Partei.
CDU: Zum Thema Arbeit, Wirtschaft und Soziales: Die CDU will, daß die Arbeitswelt familiengerechter wird. Auch „Erziehungsarbeit bedeutet nicht den endgültigen Verzicht auf Erwerbsarbeit.“
B90: Die beste Sicherung von Arbeitsplätzen ist eine ökologische Zukunft.
FWV: Sie fördern Privatinitiativen unter Berücksichtigung des Leistungsprinzips. Die FWV befürwortet die freie Entfaltung der Marktwirtschaft. Dabei sollen infrastrukturelle Bedingungen geschaffen werden für krisensichere Arbeitsplätze. Gleichzeitig wendet sich die FWV gegen jede nicht notwendige Übernahme allgemeiner Dienstleistungen durch die öffentliche Hand.


Soziales:
SPD: Zum Thema Soziales: Hilfsmöglichkeiten für Menschen in Not sollen verbessert. Hilfe soll Menschen ermöglichen, ihre Probleme selbst zu lösen. Sie will offene Jugendarbeit und auch kinderfreundliche Städte haben .
CDU: Zum Thema Soziales: „Wir Christliche Demokraten sehen es als besondere Aufgabe an, die falschen Denkansätze des Kommunismus und Sozialismus offenzulegen.“ Sie will Integration von Menschen mit Behinderung. Sie will mehr Jugendhilfe haben. Die Partei unterstützt Senioren und ihre Interessen.
B90: Sie halten eine qualifizierte Kinderbetreuung für notwendig für die Zukunft unserer Gesellschaft. Sie fordern eine humane und flexible Altenpolitik, um selbstbestimmt und unabhängig alt zu werden.
FWV: Die FWV kennzeichnet sich durch die Förderung sportlicher Betätigungsmöglichkeiten: Diese sei die preiswerteste Sozialarbeit, die die Gesellschaft leisten könne, wobei sie Sozialarbeit als Hilfe zur Selbsthilfe verstehen.
Frauen / Frauenrechte:
SPD: Zum Thema Frauen: Die Partei fördert die Teilnahme von Frauen in der Regierung. Sie will ProFamilia und andere Schwangerschaftsberatungsstellen. Sie will mehrere Plätze für Kinder haben, deren Mütter arbeiten.
CDU: Sie unterstützt eine „Gleichberechtigung und Partnerschaft von Frau und Mann“. Sie wird Frauen in der Familie, Arbeitswelt und Politik unterstützen. Sie will auch die Mitwirkung von Frauen in der Politik. Sie denkt, daß die Familie das Fundament der Gesellschaft ist. Sie respektiert uneheliche Beziehungen, aber diese Beziehungen sollen nicht wie die Ehe gesehen werden. Diese Partei ist gegen Abtreibung.
B90: B90 fordert, daß die Bedürfnisse und Interessen der Frauen angemessen berücksichtigt werden sollen, denn Frauenpolitik ist Gesellschaftspolitik. Sie setzen sich darüber hinaus für mehr Raum für Frauenprojekte.
FWV: Die Zahl der Frauen soll - ihrer Ansicht nach - in Stadt- und Gemeinderäten stätig wachsen.

Umwelt:

SPD: Sie denkt, daß Umweltschutz sehr wichtig ist. Sie will weitere Naturschutzgebiete bauen. Sie unterstützt Müllsortierung und Energiesparen. Sie will mehr Rechte für Fußgänger und Radfahrer.
CDU: Sie unterstützt Umweltschutz insofern als die Wirtschaft nicht ruiniert wird. Sie denkt, daß Umweltschutz eine christliche und ethische Verantwortung ist. Sie unterstützt Energiesparen in der Industrie.
B90: B90 sieht die Ökologie als Investition in die Zukunft, denn gerade der Umweltschutz sei die Grundvoraussetzung für eine menschenwürdige Zukunft. Sie fordern eine intelligente Energiepolitik und z. B. Bahn statt Autos.
FWV: Für sie heißt die Devise: nicht viel diskutieren, sondern "Nägel mit Köpfen machen"*. Die Ziele heißen: Parkplatzmisere beseitigen, grüne Wellen an den Ampeln für einen fließenden Verkehr. Der Nichtausbau von Straßen erhöhe die Umweltverschmutzung. Deshalb seien großzügige Umfahrungsstraßen nötig.

Bildung: 

SPD: Zum Thema Bildung: Sie will die soziale Integration von Behinderten und nicht behinderten Kindern ermöglichen. Sie unterstützt verschiedene Schulen wie Real- und Hauptschulen. Die Schule soll mehr praktischen Bezug zur Wirklichkeit haben.
CDU: Bildung im 21. Jahrhundert: Sie will Erziehung und Bildung erneuern. Sie unterstützt berufliche Bildung und die Autonomie der Hochschulen. Sie möchte ein gegliedertes Schulsystem haben, das den Wechsel zwischen verschiedenen Bildungsgängen ermöglicht. Sie will den evangelischen und katholischen Religionsunterricht gesetzlich schützen, aber auch die Möglichkeit unterstützen, andere Religionen zu studieren.
B90: B90 sieht die Notwendigkeit der Unterstützung der Kultur und der Bildung durch die öffentliche Hand. Als konkretes Beispiel befürworten sie eine Moderniesierung der Stadtbibliothek. Sie setzen sich als Garanten für effiziente städtische Museen ein.
FWV: In der Bildung und in der Kultur sehen sie die Seele der Gesellschaft. Daher ist ihr Ziel, die Gesellschaft zum lebenslangen Lernen zu motivieren. Dies sei durch eine langfristige Bildungsplanung zu erreichen.

Fragen und Übungen:

1) Was würde SPD oder CDU über die Schließung eines Frauenzentrums sagen?
2) Diskutieren Sie eine Thema als ob Sie Mitglied einer Partei wären! Organisieren Sie eine Debatte über den Bau einer neuen Straße!
3) Stellen Sie sich vor, B90 und FWV bilden die Mehrheit im Gemeinderat einer Stadt in der viel Sozialarbeit zu leisten ist. Wie würden die jeweiligen Vorschläge aussehen? Welche Infrastrukturen würde die FWV bauen? Was würde B90 für Aktivitäten vorschlagen?

*"to make nails with heads" (so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen und die begonnene Arbeit bis zum Ende ausführen)


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